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Ein kurzer Clip, eine spitze Botschaft – und viele Fragen: War das mutig oder zu viel? In diesem Gastbeitrag teile ich, wie mich ein eigenes Instagram-Reel dazu gebracht hat, mein Verhältnis zu Kontroversen im Social Media Marketing zu überdenken. Als Tanzschulinhaber arbeite ich in einem besonders emotionalen Umfeld – das prägt auch meinen Umgang mit Kommunikation, Community und Verantwortung.
Zwischen Tanzfläche und Timeline: Mein Schwenk im Umgang mit Kontroversen im Social Media Marketing
Ein Reel, ein Impuls – und eine ehrliche Frage
Neulich haben wir auf Instagram ein Reel gepostet:
„Dein Zeichen, dein Handy wegzulegen – und zu tanzen.“
Kurz, klar, ein bisschen augenzwinkernd.
Die Resonanz war groß. Viele Likes, viele Kommentare. Und dann kam eine Rückfrage von Jan Czichos:
„Ist das nicht zu provokant? Oder gerade bei euch, in einer Branche, die so stark von Emotionen lebt – genau richtig?“
Diese Frage hat mich ehrlich beschäftigt. Sie hat etwas angestoßen.
Tanzen ist emotional. Kommunikation auch.
In meiner Tanzschule geht es um viel mehr als Bewegung. Es geht um Ausdruck, Selbstvertrauen, Nähe.
Unsere Kommunikation spiegelt das wider – und darf nie entwerten.
Genau deshalb war ich bei diesem Reel hin- und hergerissen:
War der Ton locker genug? Oder doch zu hart?
Was ich aus dem Feedback gelernt habe
Die Rückmeldung von Sarah Sunderbrink – Expertin für Community Management – hat mir geholfen, meine Unsicherheit zu sortieren. Sie schrieb:
„Ihr habt den Trend super adaptiert – und die Community nicht angegriffen, sondern mit einem Augenzwinkern eingeladen.“
Und sie hat recht: Wir hätten denselben Inhalt viel aggressiver verpacken können.
Etwa so:
„Sitz nicht rum! Beweg dich endlich, Stubenhocker!“
Aber genau das wollten wir nicht.
Wir wollten Resonanz schaffen – ohne Polarisierung.
Wertschätzend. Gemeinschaftlich.
Mein persönlicher Schwenk
Durch diesen Austausch habe ich verstanden:
Nicht die Kontroverse selbst ist das Problem – sondern die Haltung dahinter.
Gerade im Social Media Marketing neigen wir oft dazu, Dinge zuzuspitzen. Weil es Klicks bringt. Weil es Reichweite verspricht. Aber ich habe gemerkt:
- Reichweite ohne Verbindung bringt mir nichts.
- Wertschätzung ist mein wichtigstes Kapital.
Ich will nicht, dass Menschen nach dem Scrollen das Gefühl haben, sie seien nicht genug.
Ich will, dass sie sich gesehen fühlen. Und vielleicht ein bisschen inspiriert.
Was ich anderen Solo-Unternehmer:innen mitgeben möchte
Wenn du selbstständig bist, kennst du diesen Druck: Sichtbar sein, Aufmerksamkeit bekommen, irgendwie herausstechen.
Aber in einer Zeit, in der online alles lauter wird, ist leise Stärke oft der nachhaltigere Weg.
Denn:
- Nicht jede Kontroverse stärkt deine Marke.
- Nicht jedes Statement braucht Zuspitzung.
- Nicht jede Reichweite ist ein echter Kontakt.
Was zählt, ist das, was bleibt.

Oliver Fleidl
Tanzlehrer und unternehmerischer Querdenker aus München, der mit Neugier und Mut neue Wege geht – auch fernab des Tanzsaals. „Ich helfe Unternehmer:innen, Marketing nicht nur zu verstehen, sondern als Spielfeld für persönliches Wachstum zu nutzen.“
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